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27.02.2020, 11:39 Uhr
Austausch statt Schlagabtausch beim Heringsessen der CDU Reinheim
Politischer Aschermittwoch der CDU Reinheim

Den traditionellen Hering am politischen Aschermittwoch gab es für die CDU Bundestagsabgeordnete Patricia Lips sowie den Landwirtschaftsmeister und stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Darmstadts, Hartwig Jourdan, in diesem Jahr in Reinheim. Der CDU Stadtverband hatte die Politiker zum alljährlichen Matjesessen nach den närrischen Tagen ins Restaurant Kalb'sches Haus eingeladen, um über das aktuelle Thema „Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Politik, Verbraucherwunsch und Ökonomie“ zu sprechen. Auf laute Töne, wie bei anderen politischen Aschermittwochs-Veranstaltungen, wurde dabei aber verzichtet. Vielmehr stand der rege Gedankenaustausch im Mittelpunkt des Heringsessens. [...]

Wer auf verbale Attacken und Anfeindungen hoffte, wurde beim diesjährigen traditionellen Aschermittwoch-Heringsessen des CDU Stadtverbandes Reinheim enttäuscht. Reger Austausch und viel Information statt Gepolter und Schlagabtausch standen im Fokus der Veranstaltung.

Nach kurzer Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden der CDU Reinheim Haras Najib, richtete Bundestagsabgeordnete Patricia Lips ihr Grußwort an die Parteifreunde. Trotz Terminstress ließ sie es sich nicht nehmen, vorbeizukommen und Neues aus der Hauptstadt zu berichten. Vor allem das Rennen um den CDU-Vorsitz machte die CDU-Bundestagsabgeordnete zum Thema und gab ihre Einschätzung dazu ab.  

Parteikollege und Landwirtschaftsmeister Hartwig Jourdan dagegen, nahm danach die aktuelle Landwirtschaftspolitik und das Agrarpaket in den Fokus des Abends und sprach über die derzeitige gesellschaftliche Diskussion, bei der Landwirte vielfach pauschal als Verursacher von Umweltschäden und Tierleid verurteilt werden. Dazu schilderte er an vielen Beispielen aus seinem Arbeitsalltag als Betreiber eines großen Schweinemast- und Ackerbaubetriebs in Darmstadt-Wixhausen, die aktuelle Problemlage aus Sicht eines aktiven Landwirts. Seit Jahren würden die Bauern hierzulande mit immer neuen Forderungen und Auflagen seitens der Politik konfrontiert. Tierwohl und Düngeverordnung seien nur zwei Begriffe, die ihnen das Leben schwer machen.

 „Wir wünschen uns von der Politik einen gesetzlichen Rahmen, in dem wir arbeiten können. Dieser sollte uns auch Planungssicherheit geben. Dazu benötigen wir die Möglichkeit, diese gesetzlichen Rahmenbedingungen umzusetzen. Neu- und Umbauten für ein Mehr an Umweltschutz und Tierwohl müssen auch in bestehenden Betrieben zu gestalten sein. Wir Landwirte können Natur- und Artenschutz, wir können auch Tierwohl, und wir können auch Bio. Nur das alles muss auch machbar sein, und wir können das nicht zum Nulltarif! Ein gesellschaftlicher Konsens sollte der Prämisse unterstellt sein, dass die in Deutschland verbrauchten Lebensmittel zum möglichst großen Anteil auch in Deutschland erzeugt werden können. Denn letztlich gilt es die Vorteile des Standorts Deutschland zu erhalten. Doch hier werden im weltweiten Vergleich die sichersten Nahrungsmittel unter höchsten Standards zu niedrigen Preisen produziert. Diesen Spagat können wir nicht aufrechterhalten. Wir benötigen die Unterstützung der Politik und sinnvolle Rahmenbedingungen“, machte Landwirtschaftsmeister Hartwig Jourdan deutlich und gab mit seinen Ausführungen den Anstoß für einen regen Austausch unter den Anwesenden.

Zu fortgeschrittener Stunde und nach köstlichem Hering zog dann die Fraktionsvorsitzende der CDU Reinheim und stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU, Corinna Philippe-Küppers, noch in Sachen Kommunalpolitik Bilanz und äußerte sich über die Arbeit der Fraktion. Denn auf der politischen Bühne Reinheims ist im vergangenen Jahr einiges passiert. Corinna Philippe-Küppers zeichnete die Geschehnisse, wie Bürgermeisterwahl und Vorstandswechsel beim Stadtverband der CDU Reinheim, noch einmal nach und informiert über weitere politische Schwerpunkte ihrer Partei.